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Freitag 21 Juni 2019

Knoblauch hilft Gehirn über Mikrobiom

Knoblauch fördert die Gesundheit des Mikrobioms und trägt so zur Bewahrung eines guten Gedächtnisses bei. In einer neuen Mausstudie zeigt sich, dass die Substanz Alliin aus Knoblauch für diesen Effekt verantwortlich ist.


Unser Darmmikrobiom enthält Trillionen von Mikroorganismen. Die Diversität des Mikrobioms nimmt jedoch mit zunehmendem Alter ab, in einer Lebensphase, in der oft auch Gedächtnis und kognitive Fähigkeiten nachlassen und sich neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson entwickeln.

 

Die vorliegende Mausstudie der University of Louisville zeigt, dass Knoblauch hilft, diesen altersbedingten Veränderungen der Darmflora und dem damit assoziierten Rückgang der kognitiven Gesundheit entgegenzuwirken. Die Vorteile sind auf die Substanz Alliin (S-Allyl-L-Cysteinsulfoxid) aus Knoblauch zurückzuführen: „Die Ergebnisse unserer Studie legen nahe, dass die Verabreichung von alliinhaltigem Knoblauch dazu beitragen kann, ein gesundes Mikrobiom zu erhalten und die kognitive Gesundheit älterer Menschen zu verbessern.“ [1, 2]

Erhöhte Expression des NDNF-Gens

In der Studie erhielten 24 Monate alte Mäuse (Gruppe 1) oral Alliin verabreicht. Eine zweite Gruppe gleichaltriger Mäuse erhielt dieses Supplement nicht. Ein Alter von 2 Jahren bei Mäusen entspricht einem Lebensalter von etwa 56 bis 69 Jahren beim Menschen. Die Forscher stellten fest, dass Gruppe 1 ein gesünderes Mikrobiom aufwies und ein besseres Kurz- und Langzeitgedächtnis zeigte als Gruppe 2 (die kein Supplement erhalten hatte). Außerdem zeigte sich bei Gruppe 2 eine relative Verschlechterung des räumlichen Gedächtnisses.

 

Weitere Experimente zeigten, dass das Gen des neuronalen natriuretischen Faktors (NDNF) bei den Mäusen, die Alliin erhielten, stärker exprimiert wurde als bei den anderen Mäusen. Dabei hatten Forscher der University of Louisville bereits zuvor entdeckt, dass dieses Gen benötigt wird, um die Funktion des Lang- und Kurzzeitgedächtnisses aufrechtzuerhalten. In einem weiteren Schritt zeigte sich, dass eine Therapie mit einem rekombinanten NDNF-Protein die kognitiven Fähigkeiten von Mäusen, die kein Alliin erhalten hatten (Gruppe 2), wiederherstellte.

Fazit

Aus diesen Befunden schließen die Forscher, dass für den kognitiven Rückgang wahrscheinlich eine verringerte Genexpression von NDNF verantwortlich ist. Um hier eine Verbesserung herbeizuführen, kann die Verabreichung von Alliin von Nutzen sein: Alliin unterstützt den Erhalt eines vielfältigen Mikrobioms und schafft so die Voraussetzungen für die Bewahrung eines guten Gedächtnisses.

Knoblauch: Allrounder gegen das Altern

Die medizinische Verwendung von Knoblauch (Allium sativum) ist übrigens sehr alt. Das Zwiebelgewächs hilft nicht nur, ein gesundes Mikrobiom und ein gutes Gedächtnis zu erhalten, sondern gilt auch als allgemeines Mittel gegen das Altern. Knoblauch schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, verbessert die Durchblutung von Organen und Geweben einschließlich des Gehirns, stärkt das Immunsystem und hilft bei Infektionen durch alle Arten von Pathogenen. Darüber hinaus schützt Knoblauch vor toxischen Substanzen, indem er in der Leber eine Phase-II-Entgiftung induziert, durch die Toxine besser abgebaut und ausgeschieden werden.

 

Knoblauch ist reich an speziellen, schwefelhaltigen Verbindungen, deren wichtigster Bestandteil das in diesem Artikel erwähnte Alliin ist. Sobald frischer Knoblauch gehackt oder zerquetscht wird, verwandelt sich das Alliin zunächst in Allicin, das im Organismus dann in mehr als hundert aktive Metaboliten mit starker medizinischer Wirkung in allen oben genannten Bereichen umgesetzt wird.

 

Die Wirkung von frischem Knoblauch wird übrigens beim Erhitzen stark verringert. Daher sollte man beim Kochen möglichst oft rohen Knoblauch verwenden. Oder schwarzen, fermentierten Knoblauch einnehmen.

Literatur

[1] Behra, J., Altered Non-Coding RNA-Histone Acetylation Regulatory Circuit Is Associated With Cognitive Impairment via Gut Dysbiosis in Aging Mice, Published Online: Faseb Journal, 1 Apr 2019, Abstract Number:714.3, https://www.fasebj.org/doi/abs/10.1096/fasebj.2019.33.1_supplement.714.3

[2] https://medicalxpress.com/news/2019-04-garlic-aging-related-memory-problems.html