neue Nachrichten

Dienstag 11 Juni 2019

Supplementierung mit Ubichinol hilft Frauen bei Migräne


Mitochondriale Dysfunktion ist eine der Hauptursachen für Migräne. Ubichinol in Form des Coenzyms Q10 hilft, Mitochondrien gesund zu erhalten. In einer aktuellen Studie verringerte Supplementierung signifikant die Häufigkeit, Schwere und Dauer von Migräneanfällen.

 

Migräne ist eine komplizierte neurovaskuläre Erkrankung, die bei Frauen häufiger auftritt als bei Männern. Migränepatienten leiden unter leichten bis schweren Kopfschmerzen, die Stunden bis Tage andauern können. Migräneanfälle können im Laufe der Zeit an Häufigkeit und Schwere zunehmen. Oftmals müssen Medikamente eingesetzt werden, um einen Anfall zu stoppen, und täglich ein prophylaktisches Medikament eingenommen werden, um ein erneutes Auftreten von Anfällen zu verhindern. Diese Medikamente haben oft starke Nebenwirkungen.

 

In der vorliegenden Studie der Tabriz University of Medical Sciences (Iran) wurde die Wirkung einer Supplementierung mit körpereigenem Ubichinol (aktives Coenzym Q10) bei Migräneanfällen untersucht. Dabei zeigte sich, dass die Supplementierung mit Ubichinol die Häufigkeit, Schwere und Dauer von Migräneanfällen signifikant verringerte. Die mitochondriale Funktion verbesserte sich und der Serumspiegel von Lactat und Pyruvat sank. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift European Journal of Integrative Medicine veröffentlicht. [1]

 

Klinische Studie mit 46 Frauen

Die Studie wurde als randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte klinische Studie an 46 Frauen mit Migräne konzipiert. Die Hälfte der Interventionsgruppe erhielt über 12 Wochen 400 mg Ubichinol, die andere Hälfte ein Placebo. Zu Beginn und am Ende der Intervention wurden Blutproben entnommen, um den Serumspiegel von Ubichinol, Lactat, Pyruvat, Metalloprotease (MMP-9) und Stickoxid (NO) zu messen.

 

Die Entscheidung der Wissenschaftler, in der Studie die genannten Werte zu messen, beruhte darauf, dass ihrer Einschätzung nach das Folgende bereits aus früheren Studien bekannt sei (hier eine Zusammenfassung der zentralen Aussagen ihres Artikels, weitere Informationen und Quellenhinweise finden Sie im Artikel selbst[1]):

  • Mitochondriale Funktion:
    Mitochondrien spielen eine wichtige Rolle bei der Regulierung des vaskulären Tonus, indem sie die Konzentration von intrazellulärem Calcium und freien Radikalen beeinflussen. Mitochondriale Dysfunktion führt zu einem Überschuss an Calcium und freien Radikalen in den betroffenen Zellen, was zu Beschädigung und Absterben von Zellen des zentralen Nervensystems und zu Migräneanfällen führen kann. Darüber hinaus zeigen sich die Lactat- und Pyruvatwerte bei Migräneanfällen deutlich erhöht. Das Verhältnis von Lactat zu Pyruvat gilt als indirekter Indikator für mitochondriale Dysfunktion.
  • Matrix-Metalloproteasen (MMPs):
    MMPs sind eine Familie von zinkabhängigen Proteinen, die für den Abbau verschiedener, in der extrazellulären Matrix vorhandener Proteine und Komponenten verantwortlich sind. Insbesondere erhöhte Konzentrationen von MMP-9 werden mit vielen (neurologischen) Erkrankungen in Zusammenhang gebracht. Studien haben gezeigt, dass die MMP-9-Konzentrationen bei Menschen mit Migräne höher sind als bei gesunden Menschen.
  • Stickoxid (NO):
    NO ist eine wichtige Substanz zur Regulierung der Blutversorgung im Gehirn. Überschüssiges NO im Gehirn ist mit einer erhöhten Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke assoziiert und gilt als wichtiges Vorzeichen für einen Migräneanfall.

 

Funktionen von Ubichinol

Von Ubichinol ist bereits bekannt, dass es einen wesentlichen Bestandteil der Elektronentransportkette in den Mitochondrien bildet und die ATP-Erzeugung im Citratzyklus der Mitochondrien gewährleistet. Darüber hinaus ist Ubichinol ein wichtiger Radikalenfänger, der die aerobe Verbrennungskapazität verbessert und das Lactat/Pyruvat-Verhältnis positiv beeinflusst. Darüber hinaus übt Ubichinol einen positiven Einfluss auf die NO-Bildung aus und unterdrückt die Aktivität von MMP-9. Und schließlich haben viele Studien bereits gezeigt, dass die Ubichinolspiegel bei Menschen mit Migräneanfällen niedriger liegen als bei gesunden Menschen.

 

Ergebnisse der Studie

Ubichinolsupplementierung verringerte die Häufigkeit, Schwere und Dauer von Migräneanfällen in der Interventionsgruppe. Bei Placebo war dies nicht der Fall. Es zeigten sich eine verbesserte mitochondriale Funktion und verringerte Konzentrationen von Lactat, Pyruvat, MMP-9 und NO im Blut, während die Ubichinolkonzentrationen demgegenüber erhöht waren. Nach Meinung der Forscher stellt diese signifikante Reduktion des Lactat-Pyruvat-Verhältnisses in der Interventionsgruppe einen Indikator für die verbesserte mitochondriale Funktion dar. Daher gelangen sie aufgrund dieser Studie zu dem Schluss, dass Ubichinol positive Auswirkungen auf die Vorbeugung und Verringerung von Migräneanfällen hat.

 

Schlussbemerkung

Wenn Sie feststellen, dass Q10-Supplementierung bei Ihren Klienten positiv anschlägt, ist es immer sinnvoll, die mitochondriale Funktion durch das Intermittent-Living-Konzept zu unterstützen, das nüchterne Bewegung, Krafttraining, verringerte Mahlzeitenfrequenz und Urdiät umfasst. Und Sie sollten natürlich auch auf die Suche nach den – vermutlich chronischen – Stressfaktoren gehen, die zu einer überwiegend anaeroben ATP-Produktion Ihres Klienten geführt haben.

 

Quelle

Nattagh-Eshtivania, E., The effect of Coenzyme Q10 supplementation on serum levels of lactate, pyruvate, matrix metalloproteinase 9 and nitric oxide in women with migraine. A double blind, placebo, controlled randomized clinical trial, A Student Research Committee, Faculty of Nutrition and Food Sciences, Tabriz University of Medical Sciences, Tabriz, Iran

European Journal of Integrative Medicine, journal homepage: www.elsevier.com/locate/eujim